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Eine Zeitreise - oder die Geschichte der Zeitmessung

Die Frühzeit

Das Bestreben des Menschen, das Wesen der Zeit zu messen, zu ordnen und zu zähmen, blickt auf eine lange Geschichte zurück. Grundlage für ihre Erfassung war die Astronomie oder Himmelkunde. Bereits im 5. Jahrtausend vor der abendländischen Zeitrechnung begannen ägyptische Gelehrte, sich mit der Schaffung eines Kalenders zu beschäftigen. Schon im 8 Jhd. v. Chr. hatten die Astromomen eine hohe Sicherheit in der Bestimmung der Bewegung der Himmelskörper erreicht. Der Himmel war mysteriös und aufschlussreich zugleich, Zeit war etwas Göttliches. Von daher war es vielfach Priestern vorbehalten, dem Lauf der Zeit "Steine in den Weg zu legen", um in seiner Dynamik zurechtzukommen. Eine besondere Rolle am göttlichen Himmel spielte von jeher die Sonne.

Die alten Ägypter waren "der Zeit voraus", da sie Tag und Nacht als Teile des gleichen Phänomens begriffen. Ausgehend von Ägypten verbreiteten sich Sonnenuhren über Griechenland in das römische Reich. Die heute trivial erscheinende Gliederung der Zeit in Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges "erfand" Parmenides von Elea. Aristoteles entdeckte die Zeit als echtes wissenschaftliches Objekt, welches er als gleichförmig fließend interpretierte.

Es etablierte sich neben der Sonne auch das zweite Element - das Wasser - als Gegenstand der Zeitmessung: auch hier hatten die Ägypter die Nase vorn. Erst dieses Jahrhundert entdeckten Archäologen im Ammontempel in Karnak Bruchstücke einer Wasseruhr, die auf das 14. Jhd. v. Chr. Datiert wird. Ungefähr 900 Jahre später erst gelang es den Griechen in Athen, die Sonnen- und die Wasseruhr in Form des "Turmes der Winde" zu vereinen. So war es denn auch ein Schüler von Archimedes, ein Barbier mit Namen Ktesibios, welcher die Gesetze der Hydraulik und Mechanik auf Uhren anwendete, im 2. Jhd. v. Chr. eine Wasseruhr mit Zifferblatt und Zeiger baute und darüber hinaus die Genauigkeit wesentlich verbesserte.