DAS DIAMANTENFIEBER
Von Anbeginn seiner Entdeckung hat der Diamant, den man zunächst nur ungeschliffen kannte, die Menschen fasziniert. Seine Geschichte beginnt vor rund 3.000 Jahren in Indien. In Europa stieg der Diamant an den europäischen Königshöfen erst im Mittelalter zum edelsten unter den Edelsteinen auf. Heute hat das Rohstoffkartell von De Beers den weltweiten Diamantenhandel fest in der Hand und diktiert die Preise.
In der historischen Entwicklung der Diamantengewinnung steht Indien am Anfang. Wann der erste Diamant entdeckt wurde, weiß jedoch niemand. Aus einem indischen Bericht aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. geht jedoch hervor, dass bereits damals in Indien viel mit Diamanten gehandelt wurde. Bei den Römern genoss der Diamant hohes Ansehen. Die Römer glaubten an seine übernatürlichen Kräfte, weswegen er auch als Talisman benutzt wurde.
Alle Diamanten, mit denen man sich in Indien schmückte und die um das 13. Jahrhundert erstmals ihren Weg nach Europa fanden, waren ungeschliffene Diamanten - also Rohdiamanten. Die Härte des Edelsteins war es, die den Diamanten im Westen Europas im Mittelalter zum Symbol für Mut und Männlichkeit machte. Denn Erst im 13. Jahrhundert entdeckte man, dass man durch die Bearbeitung des Diamanten eine Erhöhung des optischen Effekts erzielen konnte. Der erste Schritt im Diamantschliff war, die vorhandenen Flächen des Diamantkristalls zu polieren. Dieser so aufbereitete Stein - "Spitzstein" genannt - zeigt den ersten wirklichen Diamantschliff. Am Ende der Geschichte des Diamantschliffs steht der moderne Brillantschliff, der um 1910 entwickelt wurde.
Mitte des 18. Jahrhunderts löste Brasilien, damals portugiesische Kolonie, Indien als Diamantenproduzent ab. Fast 150 Jahre lang sollte es den Diamantenmarkt beherrschen bis seine Minen fast erschöpft waren. Ende des 19. Jahrhunderts führte ein unglaublicher Zufall dazu, dass im Süden Afrikas am Oranje-Fluss Diamanten gefunden wurden. Ein Farmer entdeckte 1866 unter den Spielsteinen von Kindern einen auffällig glitzernden Stein, der sich später als lupenreiner Diamant von fast 22 Karat entpuppte. Doch erst durch den zufälligen Fund eines zweiten, noch größeren Diamanten, brach das Diamantenfieber in Südafrika aus. Der berühmte "Star of South Africa", wie man diesen Stein später nannte, ist heute Teil des britischen Kronschatzes. Die Buren, die damals im Tal des Oranje siedelten, blieben von dem einsetzenden Diamantenrausch unbeeindruckt. Einer von ihnen war Johann de Beers, er verkaufte sein Land an einen Agenten für die unglaubliche Summe von 6.000 Pfund (heute wären das rund eine halbe Millionen Euro). Fünf Jahre zuvor hatte er das karge Land für nur 60 Pfund gekauft. Das weitere Schicksal von De Beers ist unbekannt, doch sein Name sollte in der Welt der Diamanten Geschichte schreiben.
Der Diamantenrausch schwemmte Glücksritter aus aller Welt in den Süden Afrikas.




