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Guillochieren: Ein wahrhaft königliches Handwerk

Valjoux23 - 1950 Full Finish

Das Guillochieren entwickelte sich aus dem "königlichen Handwerk" des Kunstdrechselns, in dem im 16. bis 18. Jahrhundert vom Kaiser bis zum Landgrafen fast die gesamte Hocharistokratie ausgebildet wurde. Denn dieses Handwerk versinnbildlichte deutlicher als jedes andere das damalige Weltbild, in dem sich alles um den Souverän dreht - oder zu drehen hatte. Aus diesen fürstlichen Drechselmaschinen entwickelten die Uhrenkünstler des 18. und 19. Jahrhunderts die wunderschönen Guillochier-Maschinen, mit denen beispielsweise Breguet seine einzigartigen, typischen Zifferblätter geschnitten hat.
Anfang des 20. Jahrhunderts brachte der Hofjuwelier des russischen Zaren, Fabergé, die Guillochierkunst zu ihrer wahren Vollendung. Er benutzte das Guilloche als Untergrund für seine berühmten Emaille-Arbeiten, die in den nach ihm benannten Fabergé-Eiern ihren Höhepunkt fanden. Dank der Renaissance der mechanischen Uhr statten auch heute wieder einige hochwertige Hersteller ihre Produkte mit handguillochierten Zifferblättern aus, welche in ihrer klassischen Erscheinung nach wie vor unübertroffen sind.

Gravieren: Ein Handwerk mit Tradition

Das Gravieren ist so alt wie die Menschheit selbst. Zu allen Zeiten benutzten die Menschen Schneidwerkzeuge, um Schmuck und Gebrauchsgegenstände zu verzieren.
Ihren ersten Höhepunkt erreichte die Gravierkunst im Europa des 15. und 16. Jahrhunderts, als Rüstungen und Waffen kunstvoll graviert und ziseliert wurden. Albrecht Dürer brachte im 16. Jahrhundert dieses Handwerk zu einer neuen Blütezeit, als er mit denselben Werkzeugen die Kupferdruckstöcke für seine berühmten Drucke schnitt, und wie wir sie auch heute im 21. Jahrhundert in unserer Werkstätte noch benutzen.
Heutzutage gibt es nur noch sehr wenige Spezialisten, die diese alten Handwerkstechniken beherrschen. Und trotz, vielleicht aber auch gerade wegen unserer sich immer schneller drehenden Welt, in der Globalisierungstendenzen ganze Völker gleichmachen, wo Computer die Kommunikation bestimmen und der Appetit der Menschheit durch Fastfood gestillt wird, gibt es einige wenige, die sich den Luxus des Besonderen leisten wollen und können.

Die Skelettierung

Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden Brücken, Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, daß möglichst wenig Material übrigbleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren. Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen.