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Gehäusematerialien

Zu Anfang waren Uhrengehäuse meist aus Messing und wurden dann, je nach Wert der Uhr, mehr oder weniger dick versilbert, vergoldet oder verchromt. Nur bei ganz teuren Uhren wurden die Gehäuse aus massivem Gold gefertigt. Ab etwa Ende der 30er Jahre kamen bei sportlichen Uhren die ersten Stahlgehäuse auf.

EDELSTAHL - 316l
Der Teil einer Uhr, der dem Betrachter als erstes ins Auge fällt, ist das Gehäuse. Das am häufigsten verwendete Material für Gehäuse von Armbanduhren ist heutzutage Edelstahl. Der Glanz und das edle Aussehen haben diesem Rohstoff zum Erfolg verholfen. Jedoch auch die stetige Weiterentwicklung in der Verarbeitung und Aufbereitung für das Gehäuse hat den Stoff Edelstahl zu dem gemacht, was er heute für die Uhrenherstellung bedeutet.
Edelstahl ist eine Bezeichnung für legierte oder unlegierte Stähle, deren Schwefel- und Phosphorgehalt 0,035 % nicht übersteigt. Häufig sind danach
weitere Wärmebehandlungen vorgesehen. Zu den Edelstählen zählen zum Beispiel hochreine Stähle, bei denen durch einen besonderen Herstellungsprozess Bestandteile wie Aluminium und Silizium aus der Schmelze ausgeschieden werden.
Die erhöhte Beständigkeit gegen Korrosion und Lochfraß prädestiniert Edelstahl 316L für den Einsatz
vor allem auf dem weiten Gebiet des chem. Apparatebaus. Weitere Anwendungsgebiete: Kernkraft, Instrumentierung im Reaktorbau, U-Boot Bau.
Er besitzt zudem stärker ausgeprägte nicht magnetische Eigenschaften.

Das Edelmetall GOLD
Da Gold in der Natur gediegen vorkommt, war es wahrscheinlich das erste Metall, mit dem die Menschen schon in der frühen Steinzeit in Berührung kamen. Archäologen fanden aus Gold hergestellte Gegenstände mit einem Alter von über 7000 Jahren. Gold ist ein weiches Edelmetall, es ist sehr dehnbar und lässt sich zu Folien von 0,01 mm Dicke auswalzen. Theoretisch ist es möglich aus 10g Gold einen spinnwebfeinen Draht von 25km Länge herzustellen. Das Gold gehört zu den selteneren Elementen der Erdkruste. Der mittlere Goldgehalt der Erdkrustengesteine liegt bei 5 mg Gold pro Tonne Gestein. Zu den wichtigsten Goldlegierungen in der Uhrenindustrie gehören das Weißgold sowie das Rotgold.

Weißgold
Unter dem Begriff Weißgold werden Goldlegierungen zusammengefasst, denen mit Silber, Platinmetallen oder anderen metallischen Legierungspartnern die Farbe entzogen wurde. Entwickelt wurden die ersten Weißgoldlegierungen unter dieser Bezeichnung in den 1920er Jahren.
Weißgold ist ein homogener Stoff, d.h. die weiße Farbe ist nicht nur oberflächlich. Auch wenn man Weißgold zerkratzt oder es zersägt, kommt nur weißes Gold zum Vorschein. Der Feingoldgehalt des Weißgoldes ist aus dem Zahlenzusatz (Tausendteil-Angabe) der Goldbezeichnung ersichtlich. So enthält beispielsweise Weißgold 750 mindestens 75% Gold (18 Karat). Weißgold wird maximal bis zum Feingehalt 875 (21 Karat) angeboten.

Rose/Rot Gold
Rosafarbene Goldlegierungen werden Roségold genannt. Das farbliche Spektrum reicht dabei von Weißgold mit rosa Farbstich (Rosé-Weißgold), über Babyrosa und Apricot bis zu hautfarbenem Gold. Die Übergänge zu Gelb-, Orange- bzw. Rotgold sind fließend.
Die Farbe von Roségold entsteht gewöhnlich durch relativ hohe Anteile von Kupfer in ausgewogenem Verhältnis mit Gold entfärbenden Metallen, z.B. Silber oder Palladium. Viele Roségoldlegierungen weisen eine auffallend hohe Härte auf.